Ein Welpe zieht ein – und plötzlich ist alles neu. Wann soll er schlafen, wann spielen, wann üben? Ohne Plan wird es schnell chaotisch. In diesem Artikel bekommst du einen Wochenplan für die ersten 8 Wochen mit deinem Welpen und einen Beispiel-Tagesablauf, an dem du dich orientieren kannst.
Warum ein Wochenplan für den Welpen so wichtig ist
Welpen lieben Vorhersehbarkeit. Ein fester Rhythmus aus Schlafen, Lösen, Fressen, Spielen und kurzen Trainingseinheiten gibt deinem Welpen Sicherheit. Gleichzeitig verhinderst du typische Probleme wie Überdrehen, Beißattacken am Abend oder Unsauberkeit. Ein Plan heißt dabei nicht, dass jede Minute verplant ist – sondern dass du weißt, was als Nächstes dran ist.
Wie viel Schlaf braucht ein Welpe?
Mehr, als die meisten denken: Welpen brauchen etwa 18 bis 20 Stunden Schlaf und Ruhe am Tag. Viele „Probleme“ wie Beißen, Bellen oder wildes Herumrennen sind in Wahrheit Übermüdung. Plane deshalb nach jeder aktiven Phase bewusst eine Ruhephase ein – zum Beispiel in einem ruhigen Raum, einem Laufstall oder einer gut aufgebauten Box.
Beispiel-Tagesablauf für einen Welpen (8–12 Wochen)
| Uhrzeit | Was passiert |
|---|---|
| 6:30 | Aufwachen, sofort raus zum Lösen |
| 7:00 | Frühstück, danach wieder raus |
| 7:30 | Kurze Spiel- oder Trainingseinheit (5 Minuten) |
| 8:00–10:00 | Schlafen / Ruhe |
| 10:00 | Raus, kurze Erkundung in ruhiger Umgebung |
| 10:30–13:00 | Ruhe, zwischendurch Lösen |
| 13:00 | Mittagessen, raus |
| 13:30–16:00 | Schlafen |
| 16:00 | Raus, Kontakt zu neuen Reizen (ruhig dosiert) |
| 17:00 | Kurzes Training: Name, Sitz, Rückruf-Spiel |
| 18:00 | Abendessen, raus |
| 18:30–21:00 | Ruhige Familienzeit, Kauen, Schlafen |
| 22:00 | Letzter Gang nach draußen, Schlafenszeit |
| nachts | Je nach Alter 1–2 Mal raus |
Wichtig: Nach jedem Schlafen, Fressen und Spielen geht es raus. So wird dein Welpe schneller stubenrein. Mehr dazu liest du im Artikel Welpe stubenrein bekommen.
Der Wochenplan: Die ersten 8 Wochen mit deinem Welpen
Woche 1: Ankommen
Lass deinem Welpen Zeit. Keine großen Ausflüge, kein Besucheransturm. Ziele: Schlafplatz kennenlernen, Löse-Stelle festlegen, erste Rituale etablieren. Training heißt in dieser Woche vor allem: den Namen positiv verknüpfen.
Woche 2: Rituale und Stubenreinheit
Der Tagesablauf wird fester. Du übst kurze Momente des Alleinseins im Raum (Sekunden), führst ein Lösesignal ein und gewöhnst deinen Welpen an Halsband oder Geschirr.
Woche 3: Die Welt entdecken
Jetzt beginnt die gezielte Sozialisierung: neue Untergründe, Geräusche, Menschen und ruhige, gut sozialisierte Hunde. Immer dosiert – lieber wenige gute Erfahrungen als viele überfordernde.
Woche 4: Erste Signale
Sitz, Platz und das Rückruf-Spiel in der Wohnung. Trainingseinheiten bleiben kurz: 3 bis 5 Minuten, mehrmals täglich. Dazu kommt die erste Leinenführigkeit an lockerer Leine.
Woche 5: Ruhe lernen
Viele Welpen werden jetzt mutiger und frecher. Gerade deshalb ist Ruhetraining wichtig: Decke oder Platz als Entspannungsort, Kauartikel, klare Pausen. Beißhemmung ist ebenfalls ein großes Thema – mehr dazu im Artikel Welpe beißt.
Woche 6: Alltag üben
Autofahren, kurze Wartesituationen, Besuch empfangen, kurze Strecken in der Stadt. Dein Welpe lernt, dass ihr gemeinsam überall entspannt sein könnt.
Woche 7: Grundlagen festigen
Die bekannten Signale an neuen Orten üben. Erste leichte Ablenkungen einbauen. Das Alleinbleiben in Minuten-Schritten verlängern.
Woche 8: Bilanz ziehen
Was klappt schon gut, wo hakt es noch? Passe deinen Plan an. Ab jetzt geht es um Wiederholung und Steigerung – bis zur Pubertät, die oft mit 6 bis 9 Monaten beginnt.
Die häufigsten Fehler im Welpen-Alltag
- Zu viel Programm: Welpenspielgruppe, Besuch, Stadt und Training an einem Tag sind zu viel.
- Zu wenig Schlaf: Ein übermüdeter Welpe kann nicht lernen.
- Zu lange Trainingseinheiten: Nach 5 Minuten ist die Konzentration meist weg.
- Inkonsequente Regeln: Wenn einer das Sofa erlaubt und der andere nicht, versteht dein Welpe die Welt nicht mehr.
Häufige Fragen
Wie lange sollte ich am Tag mit meinem Welpen trainieren?
Mehrere kurze Einheiten von 3 bis 5 Minuten sind ideal. Vieles lernt dein Welpe ohnehin im Alltag – durch Rituale und klare Regeln.
Wie lange darf ein Welpe Gassi gehen?
Eine bekannte Faustregel lautet: etwa 5 Minuten pro Lebensmonat, ein- bis zweimal am Tag. Wichtiger als die Strecke ist, dass dein Welpe in Ruhe schnüffeln und erkunden darf.
Ab wann kann ein Welpe in die Hundeschule?
Sobald er bei dir angekommen ist, meist nach einer Woche. Achte auf kleine Gruppen und einen ruhigen Rahmen – oder starte mit einem strukturierten Online-Kurs zu Hause.
Dein Welpe, dein Plan – für das ganze erste Jahr
In meinem 365 Tage Welpen Programm bekommst du nicht nur einen Wochenplan, sondern eine Begleitung durch das komplette erste Jahr: mit Videos, klaren Schritten und Antworten auf die Fragen, die im Alltag wirklich auftauchen.