Dein Hund war ein Musterwelpe – und plötzlich ist alles weg? Der Rückruf funktioniert nicht mehr, an der Leine wird gezogen, andere Hunde werden angepöbelt und dein Hund scheint dich manchmal gar nicht mehr zu kennen. Willkommen in der Pubertät. Das ist anstrengend, aber völlig normal.
Wann kommt ein Hund in die Pubertät?
Bei den meisten Hunden beginnt die Pubertät zwischen dem sechsten und neunten Lebensmonat. Kleine Rassen sind oft früher dran, große Rassen später. Bei großen und spät reifenden Hunden kann die Phase bis ins zweite oder sogar dritte Lebensjahr dauern.
Was passiert im Kopf deines Junghundes?
Hormone und ein Umbau im Gehirn sorgen dafür, dass dein Hund impulsiver wird, Reize stärker wahrnimmt und gleichzeitig unsicherer ist. Bereiche für Impulskontrolle reifen langsamer als die für Emotionen. Das erklärt, warum dein Hund oft „weiß“, was er tun soll – es aber in der Situation nicht schafft.
Typische Pubertäts-Themen
- Rückruf funktioniert plötzlich nicht mehr
- Ziehen an der Leine, obwohl es schon gut klappte
- Stärkeres Interesse an anderen Hunden, Gerüchen und Wild
- Neue Unsicherheiten gegenüber bekannten Dingen
- Grenzen austesten im Alltag
5 Tipps für die Pubertät
1. Sicherheit vor Freiheit
Nutze wieder konsequent die Schleppleine. Jeder erfolgreiche Ausflug ins Unterholz ist eine Lernerfahrung, die du später mühsam wieder abtrainieren musst.
2. Anforderungen kurz senken
Geh im Training einen Schritt zurück. Übe in leichteren Situationen und belohne großzügig. Das ist kein Rückschritt, sondern kluges Training.
3. Klare, gleichbleibende Regeln
Gerade jetzt braucht dein Hund Orientierung. Was gestern galt, gilt auch heute. Inkonsequenz verlängert die Pubertät.
4. Ruhe und Schlaf
Junghunde brauchen weiterhin viel Ruhe. Zu viel Action verstärkt Impulsivität. Plane bewusst ruhige Tage ein.
5. Beziehung statt Machtkampf
Strenge und Härte führen in der Pubertät fast immer zu mehr Problemen. Bleib klar, fair und ruhig. Dein Hund soll lernen, dass du in jeder Situation der verlässliche Partner bist.
Wie lange dauert die Pubertät?
Das ist individuell. Mit gutem Management und konsequentem Training wird es meist nach einigen Monaten spürbar besser. Wichtig ist, in dieser Phase nicht aufzugeben – denn gerade jetzt entscheidet sich, welche Gewohnheiten dein Hund als Erwachsener hat.
Unterstützung für die Pubertät
Die Pubertät ist ein eigenes Kapitel in meinem 365 Tage Welpen Programm. Wenn dein Junghund schon älter ist, helfen dir die Grunderziehung 2.0 oder das persönliche 1:1-Onlinetraining. Lies auch: Rückruf trainieren und Welpenerziehung im ersten Jahr.