Das erste Jahr mit deinem Welpen legt das Fundament für das ganze Hundeleben. Was du jetzt aufbaust – oder versäumst – begleitet euch die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre. Gleichzeitig ist kaum eine Zeit so überwältigend: Stubenreinheit, Beißen, Alleinbleiben, erste Spaziergänge. Damit du den Überblick behältst, findest du hier meinen Fahrplan für die Welpenerziehung im ersten Jahr.
Die wichtigsten Grundsätze der Welpenerziehung
- Ruhe ist Training: Welpen brauchen 18 bis 20 Stunden Schlaf am Tag. Ein übermüdeter Welpe beißt, quietscht und dreht auf.
- Kurz und oft statt lang und selten: Zwei bis drei Minuten Training mehrmals am Tag reichen völlig.
- Management vor Korrektur: Was dein Welpe nicht üben kann, lernt er auch nicht. Kabel weg, Schuhe weg, Box oder Welpengitter nutzen.
- Klare Regeln von Tag eins: Was später verboten ist, sollte auch heute nicht erlaubt sein – etwa das Anspringen.
Woche 1–2: Ankommen und Vertrauen
In den ersten Tagen geht es nicht um Kommandos, sondern um Sicherheit. Richte einen festen Schlafplatz ein, am besten in deiner Nähe. Etabliere Routinen: Fütterungszeiten, Lösen nach dem Schlafen, Fressen und Spielen. Lerne deinen Welpen kennen – wann wird er müde, was macht ihm Angst, was liebt er?
Starte direkt mit der Stubenreinheit und den ersten Minuten Alleinbleiben. Beides ist leichter, je früher du beginnst.
Monat 3–4: Sozialisierung und erste Signale
Jetzt ist die wichtigste Lernphase. Dein Welpe sollte möglichst viele Umweltreize positiv kennenlernen: verschiedene Untergründe, Geräusche, Autos, Fahrräder, Kinder, andere Tiere, den Tierarzt, das Auto. Wichtig: Qualität vor Quantität. Lieber eine ruhige, gute Erfahrung als zehn überfordernde.
Parallel baust du die ersten Signale spielerisch auf: Namen, Markerwort, Sitz, Blickkontakt, einen ersten Rückruf in der Wohnung und das Laufen an lockerer Leine.
Monat 5–6: Grenzen und Impulskontrolle
Dein Welpe wird mutiger und testet aus. Jetzt helfen klare Grenzen: ein Abbruchsignal, Warten vor dem Futternapf, Warten an der Tür. Impulskontrolle ist der Schlüssel für fast alle späteren Alltagsthemen – vom Anspringen bis zum Jagen.
Monat 7–12: Die Pubertät
Plötzlich scheint alles vergessen: Der Rückruf klappt nicht mehr, die Leine ist wieder gespannt, andere Hunde sind spannender als du. Willkommen in der Pubertät. Das ist normal und kein Rückschritt im Training – das Gehirn deines Hundes baut sich gerade um. Jetzt ist Konsequenz gefragt, nicht Strenge. Mehr dazu im Artikel Junghund in der Pubertät.
Die 5 häufigsten Fehler in der Welpenerziehung
- Zu viel Programm: Welpenspielgruppe, Besuch, Stadtbummel an einem Tag – und abends wundert man sich über den „wilden“ Welpen.
- Wildes Toben mit anderen Hunden ohne Pausen: Das fördert Mobbing und Überdrehtheit.
- Beißen ignorieren oder bestrafen: Besser: rechtzeitig Ruhe einleiten und Kauartikel anbieten.
- Freiheit zu früh: Ohne Schleppleine lernt der Welpe schnell, dass er sich dem Rückruf entziehen kann.
- Inkonsequenz in der Familie: Alle müssen dieselben Regeln und Signale verwenden.
Welpenerziehung mit einem klaren Plan
In meinem 365 Tage Welpen Programm begleite ich dich durch das komplette erste Jahr – mit Videos zu Schlafplatz, Boxentraining, Stubenreinheit, Leinenführigkeit, Umgang mit Kindern und anderen Tieren bis hin zur Pubertät. So weißt du jeden Monat genau, was als Nächstes dran ist.